Marc-Kevin Goellner

MARC-KEVIN GOELLNER – Sein Turniersieg in Nizza gegen Ivan Lendl katapultierte den »Mann mit der Mütze« 1993 ins Rampenlicht und weltweit bis auf Platz 26. Im selben Jahr holte der Sandplatzspezialist mit dem deutschen Team den Davis Cup. Ein weiterer Toursieg in Marbella und Bronze im Doppel bei den Olympischen Spielen in Atlanta folgten im Laufe seiner Karriere. Seit 2009 betreibt Goellner eine eigene Tennis-Akademie in Köln. Dem Rollstuhltennis ist er als »BREAKCHANCE«-Botschafter sehr eng verbunden.

Marc, Du bis ein Tennisheld der »90er«. Hand aufs Herz: Hättest Du im Rollstuhl eine ähnlich beeindruckende Tennis-Karriere hingelegt? Ich? (lacht) Zumindest hätte ich den Ehrgeiz, mein Spiel auch im Stuhl umzusetzen. Tennis spielen kann ich, klar. Aber die Herausforderung besteht zum großen Teil ja darin, den Rollstuhl richtig zu bewegen! Die ganze Koordination: Fahren und im Sitzen schlagen. Ich habe das schon oft ausprobiert. Das alles ist für einen Ungeübten wie mich sehr schwierig.

Wie bist Du zum Rolli-Tennis gekommen? Ich hatte das ein paar Mal bei Grand Slams gesehen und da schon gedacht: Oh je, das ist ganz schön schwierig. Der eigentliche Kontakt kam dann über Christoph Kellermann zustande, der mich schon damals medial betreut hat. Er rief mich an und erzählte, dass er eine Charity-Veranstaltung plane und ob ich dort einen Schaukampf spielen könne. Da habe ich spontan zugesagt. Danach hat er mir die Rolle des Botschafters für die Charity angedient. Auch da habe ich nicht lange überlegt und seitdem bin ich dabei. Menschen, die Schicksalsschläge hinter sich haben, sollte man helfen wo man kann.

Was erfährst Du als Botschafter? Wie wichtig solch ein Angebot ist, merken viele erst, wenn sie selbst betroffen sind oder Kontakt zu betroffenen Menschen haben. Deshalb muss man das Bewusstsein schärfen. Mittlerweile trainiere ich in meiner Akademie selbst Menschen mit Behinderung und mir geht das Herz auf. Es scheint im Leben nicht immer die Sonne – aber auch nach einem Schicksalsschlag geht das Leben weiter. Tennis kann helfen! Entscheidend ist die Liebe, die man zu diesem Sport hat. Deshalb ziehe ich meinen Hut vor Christoph, der so viel Herzblut und Geld ins Rollitennis steckt. Auch ich will gerne meinen Beitrag dazu leisten.

Zehn Jahre »BREAKCHANCE«. Dein Lieblingsmoment? Eigentlich jeder meiner Besuche bei meinen Rollifreunden. Aber: Als ich 2011 aus einem 50 Meter hohen und ca. 100 Meter entfernt stehenden Hubwagen Aufschläge serviert habe, die mein Wettpartner Erkan Soysal am Boden mit dem Racket aufgefangen hat. Das war für mich ein echtes Highlight.

Wie wäre es mit einem Rollstuhlrennen gegen den schnellsten Rollifahrer unserer Initiative, Markus Kreutzberger, alias »Polohunter«? Oh, nein. Das wäre wahrscheinlich keine Herausforderung – also für den »Polohunter«. Der fährt mich doch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in Grund und Boden. Das sollen dann besser doch lieber andere versuchen.