Bianca Osterer

BIANCA OSTERER – Bianca Osterer ist auf dem Sprung: Prag, Kroatien, Italien oder Polen – überall hat die 30-Jährige schon aufgeschlagen. Viele Ziele auf der Landkarte, aber nur ein Ziel vor Augen: zur Weltspitze im Rollstuhl-Tennis gehören. Zu den Top 20 der Welt gehörte sie schon. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass Bianca erst seit 2009 Rollstuhl-Tennis spielt. Allerdings: Der gelben Filzkugel ist sie bereits im Alter von vier Jahren nachgejagt. Es lag einfach in der Familie. „Mein Vater hat Tennis gespielt, da habe ich gesagt: Lass mich auch mal!“, erinnert sich Bianca. Die Familie hat den Nachwuchs gelassen und der kämpfte sich schließlich bis in die Bezirksliga. Biancas schärfste Waffe: die Vorhand. „Die habe ich auch im Rollstuhl behalten.“ Anders bei der Rückhand: Als Fußgängerin spielte Bianca sie beidhändig, das ist im Rollstuhl nicht möglich. Doch mittlerweile hat die Umstellung geklappt, und auch das Fahren bereitet dank des intensiven Trainings immer weniger Probleme. „Das war zu Beginn recht schwierig“, erinnert sich Bianca, „zumal ich noch gar nicht so lange im Rollstuhl sitze.“ Bianca Osterer leidet im rechten Bein unter der Nervenerkrankung Morbus Sudeck (CRPS Typ I). „2007 bin ich auf Krücken ins Krankenhaus gegangen – und im Rollstuhl wieder raus.“ Eine einschneidende Veränderung. Sie habe sich erst einmal wieder finden müssen, sagt Bianca. Schließlich reift der Entschluss, nicht nur zu Hause rumzusitzen, sondern sportlich aktiv zu werden. Rollstuhl-Tennis ist der einstigen Bezirksklassespielerin zunächst kein Begriff („Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt“), erst im Internet wird sie auf die Sportart aufmerksam – und fängt erneut Feuer. Mit Hilfe der beiden Bundestrainer Christoph Müller und Christoph Kellermann beginnt die zweite Karriere der Bianca Osterer. Eine Karriere im Eiltempo, bis in die Weltrangliste. „Da kommt die Neue“, heißt es zunächst bei Biancas Start auf der Rollstuhl-Tennis-Tour. Inzwischen hat sich die Frau aus Kamp-Lintfort Respekt erspielt, die anderen Top-Spielerinnen sind gute Bekannte geworden. „Wenn man vergleicht, was ich früher gemacht habe, Bezirksliga, und heute – da liegen schon Welten zwischen“, ist Bianca stolz. Irgendwann mal zu den Paralympics – das ist ihr Traum.