Max & Marcus Laudan

MAX & MARCUS LAUDAN – Eigentlich heißen sie nur »Die Laudans«, denn Marcus und Maximilian Laudan gibt es meist im Doppelpack. Die waschechten Berliner Jungs sind Zwillinge und »ein Herz und eine Seele«. Sagt Max Laudan. Viel unternehmen die beiden 24-Jährigen gemeinsam, gestritten wird eigentlich nie. Allerdings gibt es eine Ausnahme: der Tennisplatz. „Das ist es schlimm“, gibt Max offen zu. Obwohl der Spielstil nahezu identisch ist. Obwohl beide, wie Max Laudan es ausdrückt, »technisch ganz weit oben« sind. Zwei Rollstuhlfahrer, die sich blind verstehen, den gleichen Sport lieben und diesen auch noch prima beherrschen. Das ideale Tennisdoppel – könnte ein Unbedarfter meinen. „Das funktioniert überhaupt nicht“, meint Max. Eine plausible Erklärung für Außenstehende kann der Schüler aber nicht liefern: „Das versteht man nur, wenn man Zwilling ist.“ Entsprechend deplatziert scheint aus Zwillingssicht die Frage, die sich für Außenstehende indes aufdrängt: Wer ist denn nun der Bessere im Bruderduell? „Schwierig zu sagen“, weicht Max prompt aus. Obwohl: Scheuen muss Max Laudan Vergleiche nicht. Mit dem Deutschen Meistertitel in der Juniorenklasse, einem Turniersieg in Prag und Tuchfühlung zu den Top 10 in der weltweiten Juniorklasse kann der Berliner bereits in jungen Jahren einige Erfolge in die Waagschale werfen. Und Bruder Marcus? Der hat bisher auch Spitzenleistungen gezeigt, ist an Turniersiegen nur knapp vor-bei geschrammt. „Bei uns beiden ist noch viel Luft nach oben“, zieht Max Zwischenbilanz. „Profispieler? Das wäre ein Traum“, gibt der 24-Jährige zu, winkt dann aber doch ab. Die finanziellen Mittel würden wohl nicht reichen. Und dann ist da noch die Psyche. Da gebe es für ihn und seinen Bruder noch viel zu tun, analysiert Max. Nicht so schnell aufgeben, wenn das Spiel mal nicht so gut läuft. Das kann und muss man lernen. Aber häufig läuft es für »die Laudans« zum Glück ziemlich gut. Seit 2006 stehen Max und Marcus, die beide durch eine angeborene Knochenkrankheit verdickte Gelenke haben, auf dem Platz. Schwimmen war zu langweilig geworden, eine Alternative notwendig. Die Zwillinge probierten Tennis aus – und waren sofort begeistert. Das schnelle Spiel, das Fahren im Rollstuhl – ein enormer Spaß.