Tony Dittmar

TONY DITTMAR – Montags und mittwochs: Basketball. Der Donnerstag und der Sonntag gehören dem Tennis. An den verbleibenden Tagen stehen lockere Fußballspielchen mit Kollegen an. Man könnte meinen, dass Anthony Dittmar den Sport liebt. Ja, gibt dieser unumwunden zu, er sei ein sportlicher Typ, allerdings, schiebt der 22-Jährige hinterher, sei es ihm auch wichtig, Zeit mit der Freundin zu verbringen. Liebe ist in Verbindung mit Sport dann vielleicht doch ein zu starkes Wort. Aber eine große Leidenschaft von Anthony ist er allemal. Seit fünf Jahren spielt der Mann aus Rosdorf bei Göttingen Rollstuhl-Basketball. „Da habe ich viele Freunde.“ Was nicht heißen muss, dass es auf dem Platz immer freundschaftlich zugeht. Körperkontakt ist während der Partie angesagt, auch Fouls schleichen sich dabei ein. „Man fliegt schon oft aus dem Rollstuhl raus“, gibt Toni zu. Was umso bemerkenswerter ist, wenn man bedenkt, dass der Rosdorfer von der Glasknochenkrankheit betroffen ist. Die Knochen können folglich schneller brechen, doch Sportfan Toni ficht das nicht an: „Das ist schon riskant, aber nach fünf Jahren weiß ich, was ich machen und wie ich mich schützen kann.“ Längst gehört Toni zu den Stärksten in seinem Basketballverein. Zeit also für neue Herausforderungen, und die hat Anthony Dittmar im Rollstuhl-Tennis gefunden. Seit 2010 ist er dabei; Ex-Weltmeisterin Regina Isecke brachte ihn während einer Reha in Köln zum »Weißen Sport«. Nicht mehr im Team, sondern auf sich alleine gestellt. Keine Fouls, dafür ein komplettes Feld, das er nun allein beackern muss. Toni gefallen diese Unterschiede zwischen Tennis und Basketball. „Im Tennis“, glaubt Toni, „kann ich mehr erreichen!“ Große Worte, denen der Rollstuhlfahrer bereits Taten hat folgen lassen: zwei Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf, in der Junioren- und Einsteigerklasse. Hinzu kommt ein Turniersieg in Tschechien. Und natürlich die Anerkennung der Trainingskollegen. „Der“, da waren sich einige schon nach den ersten Eindrücken sicher, „kann Großes erreichen.“ Der so hoch Gelobte indes bleibt bescheiden, steckt realistische Ziele: Sich mit anderen messen, einfach besser werden, das möchte Anthony. Die rund zweistündige Fahrzeit von Göttingen nach Waltrop machen ihm nichts aus.