Stephan Medem

Von Stephan Medem. „Scheißacker!!!“, brüllt mein Tennisschüler, nachdem der Ball zum zweiten Mal in Folge auf einem Sandhaufen unglücklich versprungen war. Er kickt frustriert mit seinem Fuß in die rote Asche. Staub wirbelt wild durch die Gegend. Ich will schon einen Spruch loslassen… überlege kurz und… lass den Kommentar aber brav stecken. Denn: der junge Kerl würde ihn vermutlich sowieso nicht verstehen.

Ich denke mir nur: „Hey Junge, schade, dass Du noch nie bei einer der zahlreichen »BREAKCHANCE«-Veranstaltungen von meinem langjährigen Freund Christoph Kellermann dabei warst. Ich erinnere mich an eine Charity, wo es Tage zuvor in Strömen geregnet hatte. Die Plätze waren total aufgeweicht. Die Typen in ihren Rollis sind mit den Reifen auf dem schlammigen Boden eingesunken und das machte jedes Manöver zu einem reinen Kraft- und Willensakt!

Ganz ehrlich? Da habe ich nicht einmal das Wort »Scheissacker« gehört. Es wirbelte auch kein Staub durch die Gegend. Die widrigen Umstände wurden einfach akzeptiert, es wurde das Beste aus der Situation gemacht. Mit Freude, Esprit und viel Muskelkraft! Das ist mentale Stärke! Da kann so mancher Fußgänger ’ne Menge von den Rollifahrern lernen! Zugegeben: Stunden später – also nachdem die Rolli-Helden den Tennisplatz ermüdet aber happy verließen – sah er wirklich aus wie ein »Scheissacker«! Ich grüße euch alle herzlich und bin mächtig stolz, als offizieller Botschafter der »BREAKCHANCE«-Initiative fungieren zu dürfen. Euer Steph