Interview mit Ute Friese

INTERVIEW – Träume hat jedes Kind, in der Regel bleiben sie unerfüllt. Doch wenn sich Ute Friese und ihre Helferinnen von »Aktion Kindertraum«‘ einschalten, werden Träume wahr. Mit Hilfe von Spenden verwirklicht die gemeinnützige Organisation aus Hannover Herzenswünsche kranker oder behinderter Kinder. Tennis steht dabei seit Jahren hoch im Kurs.

Ute, kannst Du Dich noch an Deinen eigenen Kindheitstraum erinnern? Oh Gott, das ist schon so lange her mit der Kindheit. Ich wollte nicht mehr in einem Dorf wohnen, sondern in einer Stadt. Das war ganz, ganz wichtig. In dem Dorf gab es kein Kino, nichts für Jugendliche. Man musste eine Dreiviertelstunde mit dem Bus zur Schule fahren. Das fand ich alles ganz fürchterlich. Jetzt wohne ich mitten in Hannover. Dafür möchte meine Tochter natürlich unbedingt auf dem Land leben. (lacht)

Mit »Aktion Kindertraum« erfüllst Du gemeinsam mit Kolleginnen und Sponsoren Wünsche kranker und behinderter Kinder. Überwiegt da die Freude oder das Leid? Es ist eher die Freude, dass wir helfen können. Wir organisieren und erfüllen die Wünsche, aber da wir bundesweit arbeiten, findet vieles über das Telefon statt. Oder per E-Mail. Deshalb treffen wir das Kind oder die Familie in der Realität eher selten. Manchmal sind wir bei der Wunscherfüllung dabei, das sind dann natürlich besonders schöne Momente. Wir hatten allerdings auch schon den Fall, dass wir einen Wunsch nicht mehr erfüllen konnten, weil das Kind vorher verstarb. Das widerum sind sehr harte Momente.

Einer Ihrer prominenten Förderer ist Nicolas Kiefer. Wie ist die Verbindung zum Tennis zustande gekommen? Das war vor rund zehn Jahren. Jemand rief uns an und hatte die Idee, ein Tennisevent mit Prominenten zugunsten von »Aktion Kindertraum« zu organisieren. Am Ende sagten Mansour Bahrami, Patrik Kühnen und Henri Leconte zu – und Nicolas Kiefer. Der kommt ja aus Hannover und ist seither unser treuer Freund. Vor dem zweiten Event meinte Patrik Kühnen, es wäre doch toll, Kinder, die im Rollstuhl sitzen, einmal gemeinsam mit Prominenten spielen zu lassen. Durch Internet-Recherche sind wir dann auf die »BREAKCHANCE«-Initiative und somit auf Christoph Kellermann gestoßen.

Auch zu Christoph besteht seither ein enger Kontakt. Wie genau engagiert sich »Aktion Kindertraum« für das Projekt »BREAKCHANCE«? Wir helfen immer wieder gerne, wenn sich einer seiner Schützlinge zum Beispiel einen Tennisrollstuhl wünscht. Zwei Stühle konnten wir schon finanzieren. Außerdem Trainerstunden. Nicht alle Eltern sind in der Lage, die lange Anfahrt und dann auch noch das Training zu bezahlen.

10 Jahre »BREAKCHANCE«. Dein Resümee? Ein großartiges Projekt! Christoph und seine Familie sind mit Leib und Seele dabei – man merkt, dass es ihnen um die Kinder geht und nicht darum, Geld zu machen. Das verdient Anerkennung. Schade, dass es in dieser Art nicht noch viel mehr Angebote gibt.