Alle drehten am Rad…

WALTROP – Samstag, 2. September 2017 – ein Tag, der auf der großzügigen Tennisanlage des westfälischen Tennisclubs TuS Ickern ganz im Zeichen des Rollstuhltennis stand. Das am Kattenstätter Busch beheimatete sozial-Integrative Projekt »BREAKCHANCE« feierte »Zehnjähriges« und viele Gratulanten und Gäste waren gekommen, um zunächst einen schweißtreibenden Nachmittag und dann eine unvergessliche Jubiläumsparty zu erleben.

Stemmten auf der Tennisanlage des TuS Ickern einen wunderbaren »BREAKCHANCE«-Jubiläumstag im Sinne des Rollstuhltennis: Christoph Müller, amtierender DTB-Bundestrainer und sein früherer Amtskollege und »BREAKCHANCE«-Initiator Christoph Kellermann

»BREAKCHANCE«-Initiator Christoph Kellermann brachte zahlreiche Rollifahrer, acht Traineranwärter, jede Menge Partner und Bundestrainer Christoph Müller zusammen

Rolli-Intensiv-Camp das Tageshighlight

Highlight des Tages war aber nicht die abendliche Bühnenveranstaltung, sondern der enorme Zuspruch beim Rolli-Intensiv-Camp. Nicht weniger als 17 Rollstuhlfahrer, unter ihnen auch der mehrfache deutsche Meister Peter Seidl sowie das komplette Quad-Nationalteam, nahmen an der von DTB-Bundestrainer Christoph Müller geleiteten Veranstaltung teil und powerten sich mächtig aus. Unermüdlich »drehten alle kräftig am Rad«.

Learning by doing: Die acht angehenden Rollstuhltennis-Trainer durften nach einer kurzen theoretischen Einweisung sehr schnell aktiv mit dem Rollstuhl und den vielen Rollifahrern arbeiten

Acht Tennistrainer ließen sich fortbilden

Bundestrainer Christoph Müller bildete im Laufe des Tages im Rahmen einer offiziellen DTB-Fortbildungsmaßnahme über insgesamt acht Stunden acht Tennistrainer zum offiziellen Rollstuhltennis-Trainer fort. Diese zeigten sich mächtig beeindruckt vom »Spiel aus dem Stuhl heraus«. Viele hätten es sich gewiss nicht so schwer vorgestellt, den Rollstuhl als drittes Sportgerät neben Ball und Schläger effizient zu bewegen. Der ohnehin schon sehr große Respekt vor den Rollstuhlfahrern wuchs von Stunde zu Stunde. Am Ende durften sich alle Teilnehmer über ihr DTB-Zertifikat freuen. „Wir wünschen uns, dass Ihr alle das Rollstuhltennis nachhaltig verfolgt und in Euren Vereinen ein entsprechendes Angebot schafft!“, schloss Müller die Fortbildungsmaßnahme, die vom Westfälischen Tennis-Verband darüber hinaus offiziell zur DTB-C- und B-Trainer-Lizenzverlängerung anerkannt wurde.

Großer Bahnhof: Zahlreiche Jubilare wurden vom Ehrenpräsidenten des TuS Ickern, Max Auffenberg, für ihre jahrzehntelange Vereinsteue ausgezeichnet

Beste Grüße und verdiente Ehrungen

Der Jubiläumsabend selbst war dann in zwei Blöcke unterteilt. Zunächst begrüßten die beiden Moderatoren, Rollstuhlfahrer Stephan Lamprecht und Initiator Christoph Kellermann, die Bürgermeisterin der Stadt Waltrop, Nicole Moenikes und den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Castrop-Rauxel, Hans Hugo Kurrek, sowie den Präsidenten des TuS-Ickern-Gesamtvereins, Rainer Fleig auf der Bühne, dann ehrte Ehrenpräsident Max Auffenberg zahlreiche Jubilare. Geschäftsführer Heiko Sobbe war es dann vorbehalten, mit den Damen 50, sowie den Juniorinnen und Junioren U18 drei verdiente Mannschaften für ihre außergewöhnlichen Erfolge in der laufenden Saison zu ehren.

Wahnsinn: Der mehrfache deutsche Rollstuhltennis-Meister und Publikumsliebling Peter Seidl (rechts) startete seine Anreise zur Jubiläums-Charity im fernen Passau

Ickerner Rollifahrer ließen sich feiern

Der zweite Block gehörte dann allein den Rollstuhlfahrern, um die sich ab diesem Zeitpunkt dann am Abend völlig zu Recht alles drehte. Eigens für diese Veranstaltung waren zahlreiche Rollstuhtennisspieler von weit her angereist. So kam der mehrfache nationale Meister Peter Seidl eigens aus Passau zum TuS und die Laudanbrüder Max und Marcus starteten ihre Anfahrt in der Bundeshauptstadt. Gedacht wurde auch Regina Isecke und Claudia Fornefeld, die diesen besonderen Abend leider nicht mehr miterleben durften. „Wir werden diese zwei Damen, die die Geschichte unserer Initiative maßgeblich mitgeprägt haben, niemals vergessen“, so Rollifahrer Stephan Lamprecht, der die Rolle des Co-Moderatoren mit seinem feinsinnigen Humor zur Unterhaltung der knapp 200 Zuschauer und Gäste perfekt ausfüllte.

»BREAKCHANCE«-Botschafter und Laudator Stephan Medem, der nunmehr siebte Charity-Award-Gewinner Robert Kramer und Initiator Christoph Kellermann

Charity-Award für Robert Kramer

Der diesjährige »BREAKCHANCE«-Charity-Award ging an den Waltroper Unternehmer Robert Kramer, der somit in die Fußstapfen des besten derzeit aktiven deutschen ATP-World-Tour-Doppelspielers Andre Begemann trat. Die Laudatio auf den Titelsponsoren vom gleichnamigen Garten- und Landschaftsbau hielt »BREAKCHANCE«-Botschafter Stephan Medem, der die Verdienste Kramers rund um das Projekt hervorhob und betonte, dass Robert Kramer, der sichtlich bewegt war, ein »Sponsor der ersten Stunde« sei und der Charity-Initiative durch seinen unermüdlichen und selbstlosen Einsatz von Beginn an stets zur Seite stehe.

Die »Männer« ließen es krachen

Nachdem die beiden ehemaligen Tennisprofis und einstigen Davis-Cup-Spieler Stephan Medem und Marc-Kevin Goellner den Sponsoren mit einer Bühnen-Livewette noch 200 Euro für die gute Sache aus dem Porte-Monnaie locken konnten, durfte dann die Deutsch-Rock-Coverband »Männer ohne Nerven« ran. Mit einem fast zweistündigen Auftritt begeisterten die Dortmunder Jungs das Ickerner Publikum und sorgten so – wie schon 2012 zum 5-jährigen Jubiläum – für einen unvergesslichen Abschluss eines unerwältigenden Jubiläumstages.