Lieber »Til«!

Nachruf Hans Tilkowski † 2020


Lieber »Til«!

Montag, 6. Januar 2020. Die BILD-Zeitung titelt: »Hans verbarrikadiert jetzt das Himmels-Tor!«. Einen Tag zuvor hattest Du den langen Kampf gegen Deine Krankheit verloren. In Deinen 84 Lebensjahren hast Du eine Menge erlebt. Wenn ich mich auf das rein Sportliche konzentriere, dann fällt mir natürlich sofort das legendäre »Wembley-Tor« aus dem Jahre 1966 ein. 44 Jahre lang hast Du Stein und Bein geschworen, dass der Kopfball von Englands Stürmer Geoff Hurst in der Verlängerung des WM-Finales NICHT hinter der Linie war. Ich wette, dass seit diesem Finale kein Tag verging, an dem Du nicht auf dieses Tor oder Nicht-Tor angesprochen wurdest.

Natürlich war dies auch Thema unseres Bühnentalks im Rahmen unseres ersten »BREAKCHANCE«-Tags am 26. April 2008, den Du mit Deiner Anwesenheit bereichert hast. Überhaupt personifiziertest Du Dich über ein großes Maß an sozialem Engagement. Ein Anruf genügte und wir hatten Deine ebenso verbindliche wie herzliche Zusage für die Premiere unserer wunderbaren Rollstuhltennis-Initiative.

Als ich Dich nach dem »Wembley-Tor« befragte, sagtest Du mit einem verschmitzten Lächeln: „Ich bin Dir dankbar, lieber Chris, dass ich auf Deine Tennis-Ranch kommen durfte, um endlich einmal erzählen zu können, dass der Ball 1966 im WM-Finale NICHT hinter der Torlinie war!“ Die Niederlage in diesem denkwürdigen WM-Finale nahm das deutsche Team trotz der fragwürdigen Entscheidung des russischen Linienrichters sportlich hin. „Die Engländer haben das Fair Play erfunden, wir Deutschen haben es damals praktiziert und uns als faire Verlierer gezeigt“, hattest Du unseren Gästen mit auf den Heimweg gegeben. Dass Du später zum »Torschützen« Hurst eine enge Freundschaft unterhalten solltest, sprach für Dich und Deinen wunderbaren Charakter. Und ob Du Dir den umstrittenen Linienrichter Bahramov da oben jetzt noch mal zur Brust nehmen wirst, wage ich zu bezweifeln.

Ich erinnere mich, dass Du auf Deinen Auftritt bei uns recht lange warten musstest, weil das Programm etwas »hing«. Das war für Dich kein Problem. Volksnah und sympathisch hattest Du Dir die Zeit mit vielen guten Gesprächen vertrieben.

Sportlich, lieber Hans, hinterlässt Du Großartiges, Legenden-Status inklusive: Fußballer des Jahres, Deutscher Pokalsieger, Europapokalsieger, Vize-Weltmeister, 39-maliger Nationalspieler. Menschlich aber hinterlässt Du noch sehr viel mehr.

Dein Christoph


Photocredit: www.tennisredaktion.de

 

Mehr als nur Tennis

Mehr als nur Tennis


Dieser junge Mann ist und bleibt ein Phänomen. Er bietet dem Schicksal die Stirn und lebt vor, wie man sich mit Situationen arrangiert, in denen andere Menschen womöglich das Handtuch werfen und resignieren. Kai Eickler hat eine ebenso seltene, wie tückische Krankheit: Friedreich-Ataxie. Eine degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Krankheit verläuft progredient und gilt allgemein hin als unheilbar. Der Fortschritt der Krankheit ist unaufhaltsam, das weiß auch Kai Eickler, der es im Rahmen unserer sozial-integrativen Initiative »BREAKCHANCE« geschafft hat, durch einen enorm starken Lebenswillen und den Glauben an sich selbst, zumindest eine drohende soziale Ausgrenzung zu vermeiden.

Tennisspielen kann er schon seit einigen Jahren nicht mehr, dennoch ist und bleibt Kai ein wichtiger Teil unserer »BREAKCHANCE«-Familie, die ihm 2016 auch den Kontakt zur Lüner Edith-und-Martin Guse Stiftung sowie zum Waltroper Geschäftsmann Georg Eskes ermöglicht hat. Letzterer pflegt unterdessen eine enge Freundschaft zu Kai, der sich mittlerweile überregional einen Namen als Künstler erarbeiten konnte und beeindruckende Ausstellungen im Waltroper Rathaus sowie im Düsseldorfer Landtag vorweisen kann. Georg fördert Kais außergewöhnliches Talent, wo er nur kann. Das ist prima! Und so paradox es klingt: je weiter die fiese »Friedreich-Ataxie« bei Kai voran schreitet, desto filigraner malt unser gemeinsamer Freund. Nicht nur für mich ist dieser Bengel ein Phänomen.

Am vergangenen Freitag hat er in Waltrop einer wachsenden Fangemeinde im Rahmen einer kleinen Vernissage sein neuestes Werk präsentiert: die Titanic in der Papenburger Meyer-Werft. Wieder ein Kunstwerk auf Leinwand, welches vor lauter Liebe zum Detail und Fantasie nur so strotzt. Der allgemeinen Verschlechterung des Denkvermögens, Anfängen einer Demenz oder aber dem drohenden Verlust der Feinmotorik zeigt Kai Eickler den Mittelfinger. Er jammert nicht. Auch den kürzlichen Verlust seiner eigenen Wohnung und dem Zwangsumzug in ein betreutes Seniorenzentrum kann der 31-Jährige, der sich früher auch als leidenschaftlicher DJ betätigte, nur Gutes abgewinnen. Immerhin könne er dort die Musik voll aufdrehen, da das Hörvermögen seiner Mitbewohner altersbedingt streng limitiert sei. Auch das ist Kai Eickler – nie um einen flotten Spruch verlegen. Sein Lebensmut ist ansteckend. Ich persönlich bin mega stolz auf ihn und auch auf unsere Rollstuhltennis-Initiative »BREAKCHANCE«, die ganz offensichtlich weit über die Linienbegrenzungen hinaus essentiellen Support ermöglicht.


Photocredit: Tennisredaktion.de

 

»BREAKCHANCE« diesmal in Bochum

»BREAKCHANCE« diesmal in Bochum


Unsere Rollstuhltennis-Initiative »BREAKCHANCE« hatte am Samstag, 23. November 2019 zum zweiten Aktionstag »BREAKCHANCE on Tour« eingeladen. Nach dem sehr erfolgreichen Tagesausflug im Juli dieses Jahres nach Köln in die Tennis-Akademie von Davis-Cup-Sieger und »BREAKCHANCE«-Botschafter Marc-Kevin Goellner ging es nun zum Jahresabschluss nach Bochum in den beeindruckenden »Ruhr-Park«. Dort wurden ausnahmsweise dann mal keine gelben Bälle über die Netze geschlagen, diesmal standen ausschließlich gesellige Momente im Vordergrund. Etwas Vorweihnachtsshopping, leckere Cappuccinos, etwas Bummeln und ein wunderbares gemeinsames Burgeressen standen auf der Agenda.

Perfekte Location

Das Restaurant »The ASH« bot hierbei das perfekte Ambiente. Mit dabei waren unter anderem Titelsponsor Robert Kramer vom gleichnamigen Garten- & Landschaftsbaubetrieb aus Waltrop, Wolfgang Manthey, Ex-Vorsitzender der Tennisabteilung des TuS Ickern und dessen Frau Annegret sowie Birgit und Dirk Prior, die der Initiative seit Jahr und Tag leidenschaftlich zur Seite stehen und unverzichtbaren Support leisten.

Rollifahrer drehen Spieß um

Nicht dabei sein konnte diesmal »BREAKCHANCE«-Botschafter Andre Begemann, der seine feste Zusage aus gutem Grunde zurückziehen musste, da er zeitgleich im portugiesischen Maia im Finale des dortigen ATP-Challengerturniers stand. So drehten unsere Rollstuhlfahrer kurzerhand den Supporter-Spieß um und schickten ihrerseits Unterstützung aus Bochum in den Norden Portugals. Mit Erfolg: »Bege« siegte im Endspiel an der Seite seines Partners Daniel Masur mit 7:6, 6:4 und sicherte sich so seine 25. ATP-Challengerkrone. Vielleicht auch ein wenig beflügelt durch den Support aus der Heimat…


Photocredit: www.tennisredaktion.de

»BREAKCHANCE on Tour« hat Zukunft

»BREAKCHANCE on Tour« hat Zukunft


Eine der ersten Rollstuhl-Tennis-Initiativen Deutschlands, das sozial-integrative Rollstuhl-Tennis-Projekt »BREAKCHANCE«, welches im westfälischen Waltrop beheimatet ist, veranstaltet, neben wöchentlichem Training und diversen inklusiven Tennisveranstaltungen, einmal jährlich einen Aktionstag, um den medialen und gesellschaftlichen Fokus auf den Behindertensport zu legen, in der Hoffnung, auf diese Weise die Mitmenschen sensibilisieren zu können.

Marc-Kevin Goellner erstmals Gastgeber

Bisher fanden diese Aktionstage stets auf der heimischen Tennis-RANCH (2007 bis 2013) bzw. beim Waltrop-Castroper Tennisclub TuS Ickern (2014 bis 2018) statt. In diesem Jahr ging »BREAKCHANCE« erstmals für ein richtiges Auswärtsspiel auf die Reise. »BREAKCHANCE ess övverall« lautete das Motto und gemäß des unverkennbaren Kölschen Dialekts ging es selbstverständlich in die Domstadt an den Rhein, wo kein Geringerer als »BREAKCHANCE«-Botschafter Marc-Kevin Goellner mit seiner Frau Syna und Niklas Bucht, einem seiner Akademie-Coaches, bereits auf die Waltroper Reisegruppe wartete.

»MKG-Tennisakademie überzeugt vollends

Mittels eines gecharterten Busses traten sechs Rollstuhlfahrer und acht Fußgänger Punkt 12 Uhr die Tagesreise in freudiger Erwartung an und bereits um 14 Uhr wurden die Laykold-Plätze der Tennishalle Goellner für gute zwei Stunden beackert. Von diesem extrem Rollstuhlfreundlichen Belag zeigten sich die Rollstuhlfahrer ebenso begeistert, wie von der leidenschaftlichen und professionellen Betreuung durch die »MKG-Tennisakademie«.

Ein rundum gelungener Tagesausflug

Der Aufenthalt in Köln wurde durch ein gemeinsames Essen in der örtlichen Gastronomie abgerundet, ehe der überaus sympathische Busfahrer Dirk (»Hieltscher Reisen«) die Waltroper Tennisfreunde wieder Richtung Heimat chauffierte. Daheim auf der Terrasse des TuS Ickern ließ man den gelungenen Tag dann bei einem Absacker noch mal Revue passieren. Fazit: an »BREAKCHANCE on Tour« kann man sich gewöhnen. Man darf gespannt sein, wohin der nächste Tagesausflug die Waltroper Rollifreunde führen wird.


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Auf nach Köln!

Alle freuen sich auf Köln


WALTROP/KÖLN – Die Waltroper »BREAKCHANCE«-Initiative geht in diesem Jahr neue Wege. Statt einer öffentlichen Rollstuhl-Demonstration mit angehängter abendlicher Party heißt es diesmal »BREAKCHANCE« on Tour! Die fleißigen Rollstuhlaktiven des TuS Ickern folgen am 13. Juli 2019 der Einladung ihres ersten Botschafters Marc-Kevin Goellner, der am Großrotter Hof in Köln-Rodenkirchen Gastgeber des 12. »BREAKCHANCE«-Aktionstages sein wird.

Neben den Rollifahrern sitzen aber auch Partner und Sponsoren mit im Reisebus. „Wir haben uns in diesem Jahr für eine geschlossene Gesellschaft entschieden, um den treuen Sponsoren und Partnern das Rollstuhltennis noch etwas näher zu bringen und mit unseren Rollifahrern intensiv in den Dialog zu kommen“, so Initiator Christoph Kellermann. Mit Andre Begemann und Stephan Medem sind auch die beiden anderen Botschafter der Initiative in Köln dabei, Letzterer bekommt in dem sicher sehr würdigen und familiären Rahmen übrigens auch den diesjährigen, nunmehr neunten »BREAKCHANCE«-Award verliehen.


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