„Der Tennissport verbindet!”

Patrik Kühnen
© Jürgen Hasenkopf

„Der Tennissport verbindet!

Von Ste­phan Lamprecht. 

Ein Gespräch mit dem lang­jäh­ri­gen Team­chef — end­lich die Chan­ce, eine ent­schei­den­de Fra­ge zu stel­len: Wann wird end­lich ein Roll­stuhl­ten­nis-Spie­ler aus Waltrop für das Davis-Cup-Team nomi­niert? Patrik Küh­nen stutzt und über­legt. Auf­grund der klei­nen Unter­schie­de im Regel­werk sei wohl eher ein Spe­zi­al­team für Roll­stuhl­fah­rer rat­sam, sagt er schließ­lich. Eine diplo­ma­ti­sche und selbst­ver­ständ­lich kor­rek­te Ant­wort. Nach­fol­ger der legen­dä­ren »Hel­den von Göte­borg«, zu denen Küh­nen 1988 selbst zähl­te, sind für den eins­ti­gen Vier­tel­fi­na­lis­ten von Wim­ble­don im aktu­el­len »BREAKCHANCE«-Kader in der Tat nur schwer aus­zu­ma­chen. Ein gro­ßer Fan und För­de­rer des Behin­der­ten­sports ist der deut­sche Rekord-Davis-Cup-Sie­ger aus Pütt­lin­gen den­noch seit Langem.

Patrik, als ehe­ma­li­ger Davis-Cup-Chef warst Du auf der Bank wäh­rend der Spie­le vor allem für die Moti­va­ti­on der Mann­schaft ver­ant­wort­lich. Wie moti­vierst Du einen Men­schen mit Han­di­cap, Ten­nis zu spie­len? Patrik Küh­nen: Ten­nis ist ein­fach eine tol­le Sport­art, die man auch als Mensch mit Han­di­cap sehr gut aus­üben kann. Wenn ich unter­wegs bin, sehe ich immer wie­der Men­schen, die Roll­stuhl­ten­n­nis spie­len und dabei unglaub­lich viel Spaß und Freu­de haben. Toll ist auch, dass über die­sen Weg lebens­prä­gen­de Freund­schaf­ten abseits des Plat­zes entstehen.

Patrik Kühnen
© Jür­gen Hasenkopf

Durch die Han­no­ver­sche Initia­ti­ve Akti­on Kin­der­traum hast Du bereits selbst Roll­stuhl­fah­rer trai­niert. Wo lie­gen die Unter­schie­de zum Fuß­gän­ger­ten­nis? Patrik Küh­nen: In der Tat gibt es Unter­schie­de, zumal die Regeln ja auch ange­passt wur­den: Der Ball darf zwei Mal auf­sprin­gen. Die Her­aus­for­de­rung als Trai­ner besteht vor allem dar­in, das Trai­ning so zu gestal­ten, dass in ers­ter Linie Spiel­freu­de da ist. Wer Spaß hat, übt die­sen Sport auch lan­ge aus. Dar­über hin­aus sol­len Men­schen mit Han­di­cap selbst­ver­ständ­lich Erfolgs­er­leb­nis­se haben, also gute Schlä­ge pro­du­zie­ren. Wie das geht, habe ich selbst mal im Roll­stuhl ausprobiert…

Wie erfolg­reich war die­ses Ten­nis­ex­pe­ri­ment im Stuhl? Patrik Küh­nen: Die Erfol­ge waren äußerst beschei­den, muss ich sagen. (lacht) Da war ich wirk­lich ein biss­chen baff. Die Ein­schrän­kun­gen im Bewe­gungs­ab­lauf sind schon enorm. Ich bin damit die ers­ten Minu­ten über­haupt nicht zurecht­ge­kom­men. Das ist natür­lich ein Lern­pro­zess. Aber mir hat die­ser Test trotz­dem sehr viel Spaß gemacht. Bewun­derns­wert, mit wel­cher Aus­dau­er alle damals dabei waren.

Was hast Du für Dich per­sön­lich aus die­ser Akti­on mit­ge­nom­men? Patrik Küh­nen: Ich habe sehr viel Respekt vor den Roll­stuhl-Sport­lern. Das ist immer eine Her­aus­for­de­rung, wenn jemand sagt: Okay, ich habe ein Han­di­cap und nähe­re mich einer Sport­art wie Ten­nis an. Das zu ermög­li­chen, dazu leis­te ich sehr ger­ne mei­nen beschei­de­nen Beitrag.

Break­chan­ce macht eben die­ses Roll­stuhl­ten­nis mög­lich und ist mitt­ler­wei­le zwölf Jah­re alt. Wie lau­tet da die Moti­va­ti­on des ehe­ma­li­gen natio­na­len Team­chefs? Patrik Küh­nen: Break­chan­ce ist eine tol­le Initia­ti­ve. Vie­le Roll­stuhl­fah­rer kom­men in Waltrop zusam­men und spie­len gemein­sam Ten­nis. Sport ver­bin­det und wie gesagt: Freund­schaf­ten kön­nen ent­ste­hen. Wei­ter so!

 

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