Mediale Aufmerksamkeit

Peter Seidl
© Jürgen Hasenkopf

Media­le Aufmerksamkeit

Von Peter Seidl. 

Hal­lo lie­be »BREAKCHANCE«-Freun­de! Ich bin seit vie­len Jah­ren als Exper­te im Kom­pe­tenz-Team des ein­zig­ar­ti­gen Inter­net­por­tals »Die Ten­nis­re­dak­ti­on.« Hier­bei erreich­te mich unter ande­rem fol­gen­de Leserfrage:

„Hal­lo Peter! Mir ist auf­ge­fal­len, dass der deut­sche Roll­stuhl­ten­nis­sport ein Nach­wuchs­pro­blem hat. Wor­an liegt das? Und zwei­te Fra­ge: der Aus­tra­li­er Dyl­an Alcott genießt in sei­ner Hei­mat und Kult­sta­tus und besitzt Star­ap­peal. Mit Sabi­ne Eller­b­rock und Katha­ri­na Krü­ger gibt es zwei deut­sche Top-Ten-Spie­le­rin­nen, von denen man aber weder etwas liest noch sieht. Wol­len die sich nicht oder kann man die nicht ver­mark­ten?! Ich fin­de Roll­stuhl­ten­nis toll und habe gro­ßen Respekt vor der Leis­tung. Ich ver­ste­he nicht, war­um Roll­stuhl­ten­nis medi­al hier­zu­lan­de nicht stattfindet?!”

Bergkamen 2018
© AINFACH.com

Mei­ne Ant­wort: Lei­der fin­det Roll­stuhl­ten­nis in Deutsch­land recht wenig Beach­tung. Hier ist der Behin­der­ten­sport all­ge­mein weni­ger in der Öffent­lich­keit ver­tre­ten, anders zum Bei­spiel in Eng­land, Hol­land, Frank­reich, Japan und wie Du erwähnt hast, in Aus­tra­li­en. Ich den­ke, das liegt viel an der deut­schen Men­ta­li­tät, wo zwar über­all von Inklu­si­on gespro­chen wird, in den Köp­fen der meis­ten Men­schen aber nicht statt­fin­det. Unse­re Spit­zen­spie­le­rin­nen Eller­b­rock und Krü­ger kön­nen trotz beschei­de­ner För­de­rung und gerin­ger Spon­so­ring­gel­der in der Welt­spit­ze mit­hal­ten. Nicht­be­hin­de­rungs­af­fi­nes oder nicht medi­zi­ni­sches Spon­so­ring ist bei uns in Deutsch­land aber aktu­ell noch undenk­bar. Das ist in ande­ren Län­dern anders.

Dass bei den Her­ren kein Spie­ler in den Spit­zen­re­gio­nen ver­tre­ten ist, liegt auch an den nicht vor­han­de­nen Behin­de­rungs­klas­sen beim Roll­stuhl­ten­nis. Da unse­re Spie­ler alle auch im All­tag auf den Roll­stuhl ange­wie­sen sind, haben sie kör­per­lich gegen­über Spie­lern mit gerin­ger Behin­de­rung, die den Roll­stuhl meist nur zum Sport benö­ti­gen, enor­me Wett­be­werbs­nach­tei­le. Roll­stuhl­ten­nis hat als »Allein­stel­lungs­merk­mal« gegen­über ande­ren Behin­der­ten­sport­ar­ten kei­ne Ein­tei­lung in unter­schied­li­che Behin­de­rungs­klas­sen. Hier spie­len Quer­schnitts­ge­lähm­te (meist ohne Bauch- und Rücken­mus­ku­la­tur) auch gegen Ampu­tier­te oder Leu­te, die noch alle Mus­kel­grup­pen zur Ver­fü­gung haben. Und das ist natür­lich ein deut­li­cher Nach­teil für »kom­plett Quer­schnitts­ge­lähm­te«. Die ITF in Lon­don, die inter­na­tio­nal für das Roll­stuhl­ten­nis ver­ant­wort­lich ist, ändert aber zum Leid­we­sen vie­ler Spie­ler nichts dar­an. Davon ist auch unser Nach­wuchs betrof­fen! Der Wech­sel zu ande­ren Sport­ar­ten, in denen sie dank der Ein­tei­lung in unter­schied­li­che Scha­dens­klas­sen mehr errei­chen kön­nen, z.B. die Teil­nah­me an den Paralym­pics, ist dann oft das Ende vom Lied.

Die Tennisredaktion.
© Jür­gen Hasenkopf

»Die Ten­nis­re­dak­ti­on.«

»Die Ten­nis­re­dak­ti­on.« stellt mit ins­ge­samt 16 aus­ge­wie­se­nen Exper­ten ein ein­zig­ar­ti­ges Kom­pe­tenz­fo­rum, wel­ches nahe­zu jeden The­men­kom­plex rund um den Ten­nis­sport pro­fes­sio­nell abdeckt. Navi­gie­re wei­ter unten durch unser Kom­pe­tenz­team und stell uns Dei­ne Fra­gen! Wie immer folgt die kom­pe­ten­te Ant­wort zeit­nah und vor allem kos­ten­los. »Die Ten­nis­re­dak­ti­on.« steht für Leidenschaft. 

  Die Ten­nis­re­dak­ti­on.

 

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