»Wheel make it!«

»Wheel make it!«


Zunächst einmal vielen Dank für Dein Interesse an unserer Initiative! Warum haben wir unsere Bemühungen rund um den Behindertensport als »BREAKCHANCE« verpackt?! Zunächst einmal möchten wir Menschen, mit denen es das Schicksal nicht wirklich gut gemeint hat, Chancen ermöglichen, über den Sport besser in die Gesellschaft integriert zu werden und weiter wollen wir bei allen Menschen, die mit unserer Initiative in Kontakt kommen, Gedankenbarrieren durchbrechen. Noch immer weiß leider nur die absolute Minderheit, wie man Menschen mit Handicap anständig begegnet. Viele Menschen sehen immer zuerst den Rollstuhl und nicht den Menschen, der auf einen eben solchen angewiesen ist. »BREAKCHANCE« möchte die Gesellschaft aufklären, Menschen sensibilisieren und den Rollstuhlfahrern Mobilität und vor allem Lebensfreude schenken. Vielleicht möchtest Du wissen, wie ich selbst zum Rollstuhltennis kam? Die folgende Timeline bringt Dir meinen persönlichen Weg und den unserer  Initiative näher.

Ihr/Euer Christoph Kellermann

2004 – Mein Erstkontakt


Mein persönlicher Erstkontakt zum Rollstuhltennis datiert aus dem Jahre 2004. Damals durfte ich eine gewisse Regina Isecke im Rahmen eines Tennisevents in Hamm kennen lernen. Regina war Präsidentin des Nationalen Rollstuhl-Tennis-Verbandes. Dieser Erstkontakt war für mich eine Initialzündung. Zum einen war ich davon begeistert, wie Regina Ball, Schläger und Stuhl auf dem grünen Teppichrechteck der örtlichen Tennishalle des TuS 59 Hamm unter einen Hut bekam, zum anderen faszinierte mich die »Person Regina Isecke« als solche.

Unvergessen, wie sie an jenem Tag einen Minister des Bundestags auf dem Platz stramm stehen ließ, als dieser sich an ihrer Seite vor ausverkauften Rängen einige flapsige Bemerkungen leistete und den Behindertensport nicht sonderlich ernst zu nehmen schien. Das imponierte mir sehr und auch das Publikum quittierte dies mit Applaus. Aus dieser eher zufälligen Begegnung mit Regina entwickelte sich über die Jahre eine sehr enge Freundschaft. Leider verstarb diese ganz besondere Frau viel zu früh. Es besteht kein Zweifel: mit Ausnahme meines früheren DTB-Bundestrainerkollegen Christoph Müller, hat niemand weder vor, noch nach Regina mehr für das nationale Rollstuhltennis geleistet.

2006 – Start in Cappenberg


Kurze Zeit nach dem Erstkontakt zum Rollstuhltennis war es mir vorbehalten, eine damals siebenjährige Rollstuhlfahrerin betreuen zu dürfen, was sehr speziell für mich war. Während der Trainingsstunden diesen Stolz und das Glück im Gesicht meiner Schülerin zu sehen, war einfach wunderbar. Rasch gesellten sich weitere Rollikids aus der Region dazu, so dass wir schon nach überraschend kurzer Zeit mit einer echten Trainingsgruppe arbeiten konnten.

2007 – Die »Tennis-RANCH«


2007 bot sich meiner Familie die Gelegenheit, in Elmenhorst eine brach liegende Tennisanlage privat anzupachten, um unsere Vision von einem eigenen Rollstuhltennis-Projekt autark Wirklichkeit werden zu lassen. Wir tauften dieses kleine Schmuckkästchen »Tennis-RANCH Elmenhorst«. Parallel dazu berief mich Regina Isecke zum Bundestrainer. Da der Tag nun einmal nur 24 Stunden hat, stand ich einige Jahre später vor der schwierigen Entscheidung, entweder als Bundestrainer überregional etwas zu bewegen oder aber die eigene Initiative voranzutreiben. Ich entschied mich für Letzteres.

2014 – Vollständige Inklusion


Nach siebeneinhalb Jahren »Tennis-RANCH« war es mein alter Freund Heiko Sobbe, der uns 2014 den entscheidenden Schritt zur Inklusion ermöglichte. Die Zeiten, in denen wir abseits der Fußgänger trainierten und spielten, waren durch den Umzug auf die großzügige Tennisanlage des TuS Ickern Geschichte.


Photocredit: www.tennisredaktion.de